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Otto Mühl Ausstellung im MAK , 3 März 2004

 

„Otto Mühl. Leben/Kunst/Werk-Aktion/Utopie/Malerei 1960 -2004“

(Originaltitel: Das Leben, ein Kunstwerk)

(3.3-31.5.2004)

 

MAK-Kuratorium
Andreas Treichl, Vorsitzender(Bank Austria, Direktor)

Rudolf Scholten, Stellvertretender Vorsitzender (Kontrollbank Direktor)

 

 „Otto Mühl ist einer der Bedeutesten Künstler der Nachkriegszeit“.[1]

- Peter Noever, MAK Direktor

 

Mühl hat nie, niemals in der Kommune mit Kleinkinder Sex gehabt. Und wenn Otto

Mühl mit 13 bis 14 Jährigem geschlafen hat, wie man sagt, das ist mit einer Idee

ausgegangen, und nicht eine perverse Idee. Wir haben gedacht mit 13 ist man sehr reif.[2]

- Danielle Rousselle, Otto Mühl Archiv, Paris

 

Es geht nur um das künstlerische Werk von Otto Mühl ... Die Ausstellung ist notwendig zu  erfahren wer Otto Mühl ist.[3] Die Dinge sind einerseits nicht zu trennen.[4]

- Peter Noever, Direktor, MAK

 

„...die Moralattackierer, die letztlich ein wenig peinlich wirken, wenn sie seit Jahrzehnten mit dem gleichen Kopf gegen die gleiche Wand rennen.[5]

- Rudolf Scholten, MAK-Kuratorim

 

***

 

Herbert Kuhner

Aktionismus und Gewalt in der Kunst

 

Der neue Faschismus wird sich nicht als Faschismus deklarieren, sondern als Antifaschismus.

- Ignazio Silone

 

Die Blasphemie, die Obszönität, die Scharlatanerie, der sadistische Exzeß, die Orgie, die Senkgruben-Ästhetik sind unsere moralischen Mittel.[6] Zur Sexualität gehört natürlich auch das Morden.[7] Es wird bald zur sittlichen Pflicht gehören, Banken zu knacken und irgendeinen Krüppel niederzuschießen.[8]

- Otto Mühl, Aktionist

 

Mühl ist spezialisiert auf Minderjährige und Sex und ich bin spezialisiert auf qualvolles Martern von Viechern ... Ich könnte mir vorstellen, daß ein Mord Bestandteil eines Kunstwerks ist. [9] Das Töten war und ist außerhalb des ethischen Urteils.[10]

- Hermann Nitsch, Aktionist

 

Entweder uns geht’s gut oder die Welt geht in die Luft.[11]

- Peter Weibel, Aktionist und Kultur Kommissär

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es in Österreich keine gründliche Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. Angeblich sind in den Fünfziger Jahren sind die übrig gebliebenen Nazi-Autoren von einer radikalen, „antifaschistischen“, künstlerischen Bewegung verdrängt worden. (Aber man muß auch hinzufügen, daß die „Verdrängung“ von Autoren mit braunem Hintergrund sehr lückenhaft gewesen ist.) Die Aktionisten gehörten dieser Bewegung an. Jene, die sich für eine barbarische Bewegung eingesetzt haben, wurden verdrängt von denen, die öffentlich barbarische Veranstaltungen aufführen wollten. Der alte Geist zog  neue Kleider an und fand für sich ein neues Ambiente.

 

Gewalt wurde in die Kunst integriert  und  stellt sich als Protest gegen Gewalt dar.

 

Die Nazis leugnen die Shoah ab; die Revisionisten schwächen sie ab.

 

Die Revisionisten sind die „respektablen“ Apologeten der Nationalsozialisten, die sich in die Gesellschaft integriert haben.

 

Die Revisionisten widersprechen der barbarischen Wahrheit des Dritten Reiches und „verdammen“ die Barbarei der Aktionisten. In der Folge geben sich die Apologeten des Nationalsozialismus und die politischen Reaktionäre scheinheilig und gewinnen leicht Punkte gegen die „Antifaschisten“, derer sich die Aktionisten angenommen haben. Jene, die mit den sadomasochistischen Veranstaltungen der Aktionisten nicht einverstanden sind, sind gehemmt und haben Angst, mit den Rechten in einen Topf geworfen zu werden. Ich zitiere Michael Ley: „Da man sich jedoch als antifaschistisch ausgab, schien man gegen jegliche Kritik gefeit und bezichtigte häufig die Kritiker als ‘Faschisten’.“[12]

 

Der Kampf um die Darstellung des Dritten Reiches, der in der österreichischen Öffentlichkeit stattfindet, wird hauptsächlich zwischen den Regenbogen-Revisionisten und den Holocaust-Ausbeutern geführt. Die einen versuchen das „Image“ des Dritten Reiches zu verbessern, während die anderen unqualifizierte Beschimpfungen und Erklärungen von sich geben.

 

Die Nationalsozialisten haben Gewalt gegen Menschen und Sado-Masochismus meistens im Geheimen praktiziert, da sie ehrenhaft und anständig erscheinen wollten. Heute wird „anständig“ als Nazi-Codewort verwendet. Dies hat Tradition. Heinrich Himmler: „Jeder hier weiß, wie es ist, wenn da 100 Leichen zusammenliegen, oder 500 Leichen, oder 700 Leichen - und das mitgemacht zu haben und dabei anständig geblieben zu sein, das ist ein niemals zu schreibendes Ruhmesblatt der deutschen Geschichte.“[13]

 

Ein Revisionist ist nicht gegen Gewalt. Er prangert sie nur an, wenn sie im „anderen“ politischen Lager zu Hause ist. Die, die Gewalt und Sadomasochismus predigen und öffentlich praktizieren, marschieren in der vordersten Reihe mit den Antifaschisten. So können sie sich profilieren und werden dafür bestens belohnt. Welch ein Segen für die Revisionisten! Sie kriegen die besten Karten und können leicht Punkte sammeln.

 

Der Maler Adolf Frohner: „Der Aktionismus hat aufbegehrt gegen das Schweigen nach 1945. Die gleichen Leute, die in der Nazizeit dort gewesen sind, sind weiterhin auf ihren Stellen geblieben, mit dem Parteizeichen unter dem Revers oder sie haben es weggeworfen.“[14]

 

Manchmal ist das Gegengift nicht weniger giftig als das Gift.

 

Hitler befahl den Mord an Ernst Röhm und seinen SA-Schergen im Juni 1934. Röhm war Hitlers Gegner, aber er war weder Anti-Nazi noch Humanist. Hitler befahl auch den Mord an Dollfuß im selben Jahr. Dollfuß war Anti-Nazi, aber nicht Antifaschist. Man soll nicht nur fragen, wogegen einer ist, sondern auch wofür.

 

Als Josef Goebbels das von sowjetischer Seite verübte Massaker an polnischen Offiziere 1941 in Katyn anprangerte, tat er dies weil, es in sein Konzept paßte. Wir wissen, daß er nicht gegen Massaker war, denn die Verbrechen, die er guthieß, waren grenzenlos.

  

Demagogen lügen nicht immer. Sie erzählen die Wahrheit, wenn es ihren Zielen dient.

 

Ein Demagoge kann weder eine Lüge in die Wahrheit verdrehen, noch kann er die Wahrheit in eine Lüge verdrehen.

 

Kein Lügner lügt immer. Eine kaputte Uhr zeigt zweimal am Tag die richtige Zeit.

 

Ich mußte aus Österreich, beziehungsweise aus der Ostmark flüchten, sonst hätte ich das Schicksal mit denen die nicht flüchten wollten oder konnten geteilt. Deswegen ist es eine logische Folge, daß ich Grausamkeit gegen jedes Lebewesen, Brutalität und Erniedrigung von Menschen und Schändung religiöser Kultobjekte entschieden ablehne.

 

Als ich nach Österreich zurückkehrte, fand ich mich als Schriftsteller ausgegrenzt. Als meine Satire über den Aktionismus, Da-Da Ga-Ga Ka-Ka, veröffentlicht wurde, war meine Ausgrenzung vollkommen.[15]

 

Ich zitiere den Soziologen Michael Ley: „Nur einem ausgegrenzten Außenseiter fiel auf, was sich hinter der billigen Floskel „antifaschistische Kunst“ verbarg: Affirmation totalitärer  Gewaltverhältnisse, nicht ihre Kritik.[16]

 

In der Kunst wird es immer schwieriger, die Böcke von den Schafen zu unterscheiden, wahre Künstler von Scharlatanen. Es ist alles eine „Geschmackfrage“. (Meiner Meinung nach, haben die Böcke längst alles unter den Nagel gerissen, und ihr Blöken dominiert.) Jedoch öffentliche „Aktionen“ wie z. B. Tiere zu Tode zu quälen, Selbstverstümmelungen, Geißelungen und Auspeitschungen, das Trinken von Blut und Urin, das Essen von Kot, und schließlich Selbstzerstörung, sind Taten, die von mir eine Stellungnahme verlangen. Beispiele: Valie Export goß kochendes Wachs über lebende Vögel[17]. Günther Brus schlitzte seine Brust mit einer Rasierklinge auf[18] und sagte, der nächste Schritt, wäre ein Stück Fleisch von sich selbst zu essen. Rudolf Schwarzkogler verübte Selbstmord als die endgültige „Aktion“. Es wird behauptet, daß Rudolf Schwarzkogler seinen Penis abgeschnitten hat, bevor er sich aus einem Fenster stürzte.[19]

 

Diese „Darstellungen“ wurden von der österreichischen Kulturelite praktiziert und von der crème de la crème unterstützt, und sie sind von den Machthabern und jenen, die Macht anstreben, gutgeheißen worden. Manche ihre Befürworter sind in der Kunst des Sophismus sehr gewandt und geübt.

 

Gewalt als Nervenkitzel auszuüben hat überhaupt nichts gemeinsames mit Antifaschismus, und deswegen meiden die „Kulturmacher“ die Auseinadersetzung mit diesem Thema.

 

Diejenige, die nicht Befürworter oder Mitläufer sind, schweigen meistens, und sie haben auch die Angst, daß jegliche Kritik die Revisionisten verstärken wird.

 

Die Frage ist: können Lügen und Gemeinheit  einer guten Sache dienen? 

 

Es ist Zeit endlich die Karten auf den Tisch zu legen, komme was wolle.

 

Die Nazis zerstörten Menschen und menschliche Werte. Sie versuchten die Kunst und durch eine sterile Verherrlichung von Mutterschaft und soldatischen Heldentum und Familien-, Bauern- und ländlichen Idyllen zu ersetzen. Im Grunde zeigt nationalsozialistische Kunst oder Nicht-Kunst eine verlogene Darstellung von patriotischer Liebe zu Mutter Erde und zum Vaterland.

 

Die sadomasochistischen, antihumanistischem und mörderischen Elemente in den antisemitischen Schriften, Karikaturen und Propagandafilmen sind selten in der Nazikunst zu finden. Deswegen ist die Lüge in der Nazikunst eine doppelte. Die Lüge sollte eine brav-biedere Bewegung und Gesellschaft widerspiegeln. Nicht gezeigt wird der wahre Charakter. Aktionistische Kunst oder Anti-Kunst fügt das hinzu, was fehlt. Und tatsächlich ist dies ehrlicher. Man könnte sehr wohl argumentieren, daß sie wahrhaft die Gesellschaft repräsentiert, in der sie entstanden ist. Aufschlußreich ist, daß diejenigen, die ihren Kot auf den Staat entladen haben, von diesem die höchste Annerkennung als Staatskünstler genießen.

 

Für die Bürger des Dritten Reiches gab es großartige Möglichkeiten, sich ihren sadistischen Neigungen hinzugeben. Die Konzentrationslager und andere Mord-Stellen waren ein Paradies für sadistische Kommandanten, Aufpasser, Wärter, Kapos und Totenkopf Brigade der SS.

 

Ausgenommen die Kristallnacht vom 9. November 1938, fanden barbarische Nazitaten meistens unter Ausschluß der Öffentlichkeit oder in eroberten Ländern statt. Die Nazis wollten den Ruf als tapfere Krieger genießen, nicht als Massenmörder hilfloser Zivilisten. Sie benahmen sich ehrlos, wollten aber als ehrenhaft gelten. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs, bis in die Gegenwart, wird einhellig die Auschwitzlüge von den Nazis und ihren Apologeten verbreitet. Und sie bleiben auch dabei, wenn Neo-Nazis gegen Minderheiten, Asylanten und ihre Helfer im heutigen Deutschland und Österreich Gewalttaten verüben.

 

Diese Zustände sind natürlich ein gefundenes Fressen für die Revisionisten. Sie übermalen die Barbarei der braunen Vergangenheit mit rosigen Farben, verurteilen aber Gewalt, wenn sie von „Andersdenkenden“, ausgeübt wird. Dadurch profitieren alle. Gültige Argumente werden den Revisionisten auf einen Servierteller präsentiert, und jeder, der Kritik an Gewalt unter dem Deckmantel der Kunst übt, wird mit ihnen in einem Topf geworfen. Wer sich äußert, muß mit Konsequenzen rechnen, weil man gegen Macht und Einfluß agiert.

 

Geschlossene Bücher sind gefährlicher als offene Bücher.

 

Die Gegenwart ist ein Schlüssel zur Vergangenheit, und auch umgekehrt.

 

Die revisionistische Fraktion ist ein offenes Buch, aber nur wenn auch die geschlossenen Bücher offen liegen, kann es eine echte Aufklärung geben.

 

Der menschenverachtende Geist des Nationalsozialismus ist in der Kunst geführt worden und wird in ihr deutlich ausgedrückt. Die Ausüber finden unter der Unantastbarkeit der Kunst Schutz.

 

Es gibt manchmal einen Weg zum Allerheiligsten für Künstler die am Rande stehen. Es kann passieren, daß diese in spätern Jahren ein Angebot erhalten, „aufgebaut“ zu werden. Eine Beteiligung an privaten „Veranstaltungen“ wird verlangt, um sie erpreßbar zu machen, so daß eine Ausbeutung gesichert wird. Und es gibt dabei keine gesetzlichen Grenzen. Erst postum schießen die Preise in die Höhe, und das große Geschäft wird gemacht. Ein prominenter Förderer meinte, ausplaudern könnte tödliche Folgen haben.

 

Eine Bruderschaft im Übelen hält Übeltäter zusammen, genauso wie Blut als Klebestoff für die SS diente.

 

Hier sind Zitate aus dem Film Das Meisterspiel von Lutz Dammbeck, in welchem der 1994 erfolgte und bis heute nicht geklärte Anschlag auf einige Bilder Arnulf Rainers thematisiert wird. Im Bekennerbrief kommt der Satz vor, „Ich habe mich entschlossen, Aktionist zu werden.“ Diese Worte erinnern an ein Zitat aus Mein Kampf von Adolf Hitler: „Ich habe mich entschlossen, Politiker zu werden.“ Der Philosoph Helmut  Kohlenberger: „Die Kunstszene, in der beschlossen wird, Aktionist zu sein, ist ein struktureller Nachfolger (des Nationalsozialismus) ... Und ich glaube tatsächlich, daß in der gesamten  Kunstszene eine Nachfolge dieses Regimes gegeben ist, denn sie ist die einzige erlaubte Diktatur in diesem Land (Österreich).“ Dammbeck: „Das heißt also, in der Kunstszene kann man unter linken Etiketten mal so richtig die Nazi-Sau „rauslassen.“ Kohlenberger: „Insofern ist hier ein Text entstanden, der unangenehm erinnert, das es eine Kontinuität gibt, mitten in der behaupteten Diskontinuität und zwar gerade dort, wo man sie nicht vermutet, nämlich bei den braven, linken und antifaschistischen Künstlern.“[20]

 

„Ein Künstler erkennt sein Werk, wird es ihm via Medien frei Haus geliefert....“ (Bekennerschreiben vom 20. 12. 1993 an General der Sicherheitspolizei Michael Sika, nach dem Briefbombenattentat auf den Wiener Bürgermeister  Dr. Helmut Zilk.)[21]

 

Nach Josef Dvorak: “In der Praterstrasse im Hinterzimmer der Mühl Kommune bastelte Hermann Flasch mit Interessenten an Sprengkörpern. Man wollte Sprengstoffbriefe an verschiede Politiker (darunter die ÖVP-Abgeordnete (Marga) Hubinek) und Institutionen schicken, aber alle Spuren sollten auf Hermann Flasch weisen. Schließlich würde ihn die Polizei finden – tot. Der Selbstmord sollte nach einer genau ausgearbeiteten Happening-Partitur vor sich gehen und verfilmt werden ... Ich erfuhr Hermann Flasches kompletten Plan im Juni 1972 ... Flasch irrte im Wiener Prater umher, am 4. Juni bat er mich telephonisch um Hilfe. Wir vereinbarten eine Aussprache für den 8. Juni, der drei weitere folgten. Dabei bekam ich die “Partitur” des Selbstmord Happenings zu Gesicht, die ich schon vorher in der Mühl-Kommune gesehen hatte, ohne sie zu verstehen, ich erfuhr Einzelheiten und Namen von Mitbeteiligten an den geplanten Sprengstoffaktionen ... Neben seiner Leiche fand die Polizei die Suizid-“Partitur” aus dem Jahr 1972. Der  Selbstmord war genau nach dieser Vorlage ausgeführt. Tage nachdem man die Leiche entdeckt hatte, erreichten die letzten Sprengstoff-Briefe ihre Adressaten. Im September 1973 schrieb ich für das Neue Forum einen Nachruf auf Hermann Flasch. Mühl vereitelte den Abdruck und drohte mir für den Fall, daß ich den Wiener Aktionismus journalistisch kritisieren sollte, Folgen an. Ich würde in Österreich meinen Beruf nicht mehr ausüben können ... Einige Tage später wurde deutlich, daß der “Fall Flasch” vertuscht werden sollte. War schon die polizeiliche Spurensicherung äußerst mangelhaft gewesen, wurden nun keine Hintergrundinformationen an die Presse weitergegeben, ein sehr hoher, öffentlicher Funktionär  versuchte (erfolglos) einen Anti-Mühl Artikel in der Arbeiter Zeitung  zu verhindern. Kollegen warnten mich vor “Maßnahmen” von oben: ich wisse zu viel.”[22]

 

Ein amerikanischer Journalist hat in den Siebzigerjahren Hinweise auf Pädophilie und „Snuff“-Situationen verfolgt. Er erzählte mir, daß er politisch blockiert worden ist und mußte aufgeben.

 

In solcher, „aufgeklärten Atmosphäre“ schien ein Mann, der sich öffentlich im Kot begattete,[23] der eine Gans enthauptete und eine Frau mit dem Halsstumpf penetrierte,[24] geradezu prädestiniert, eine Kommune zu leiten, wo er als Hüter von Kindern fungierte.  Dort herrschte er fast zwei Jahrzehnte unbeschränkt. Die Subventionen flossen, und Lob kam von den höchsten Stellen.

 

Bruno Kreisky: „Mein Freund und größter Maler, vielleicht der beste, den wir in Österreich haben.[25] Als Mensch hat er eine große intensive Entwicklung durchgemacht und in der Tat hat er neue menschliche Qualitäten ins Leben der Gemeinschaft eingebracht.“[26] Und über die Kommune: „Von der liberalen Warte aus betrachtet, bleibt uns nichts anderes übrig, als diese jungen Menschen gewähren zu lassen.[27] Man muß dieses Experiment gegen Angriffe, vor allem von den deutschen Zeitungen in Schutz nehmen.[28]

 

Die Kommune ist auch von Theodor Kery, Hilde Hawlicek, Karl Blecha und Helmut Zilk unterstützt worden.[29]

 

Im Winter 1989 wurden Mühl und seine Mit-Aktionisten bei ihrer Ausstellung in Kassel durch Bundeskanzler Franz Vranitzky geehrt, der diese eröffnete.

 

Hier sind Zitate vom Herrscher der Kommune: „Darstellungswürdig ist alles, was einfällt ... Auch der Lustmord ist drin.“[30] „Koitus, Folterungen, Vernichtung von Menschen und Tieren sind das einzige sehenswerte Theater ... Zur Sexualität gehört natürlich auch das Morden.“ Haustiere dienen ihm als Notbehelf. Demnächst will er im LSD-Rausch einen "perfekten Lustmord verüben, mit einer Ziege, die ich als Frau anerkenne.“[31] „In meinen nächsten Filmen werden Menschen geschlachtet. Das Schlachten von Menschen darf nicht Staatsmonopol bleiben. Es wird bald zur sittlichen Pflicht gehören, Banken zu knacken und irgendeinen Krüppel niederzuschießen.“[32]

 

Kultur-Kommissar Peter Weibel über einen integeren Politiker: „Ich kannte Universitätsprofessor Dr. Stephan Koren. Er war ein Krüppel und wollte mir immer zeigen, daß er einer ist wie ich. Mir zum beweis hat er sich zum Minister hinaufgehangelt, auch nur mit einem Arm ... wenn das Krüppel Koren bei öffentlichen ansprachen den linken Arm als grauenerregendes Monument seiner vertanen und verstümmelten Menschlichkeit in die Luft streckt ...daß jedem gesunden Österreicher vor entsetzen über diesen Aussatz  der Nation die Pupille platzt ... (etc.)[33]

 

Weibel weiter: „... daß sich im Amoklauf und im Mord und Attentat der eigentliche Mensch erst verwirklicht ... und ich wäre froh, wenn ich schon die Kraft hätte so etwas zusammenzubringen wie die Attentäter und Amokläufer, das sind einzigartige menschliche Leistungen für mich.“[34]

 

Oswald Wiener: „Wir haben schon daran gedacht, Leute umzubringen, als Kunstwerk oder so – wenn das radikal ist. Aber es ist nicht geschehen. Bayer, Achleitner, Rühm und ich haben uns zwei, drei Jahre lang fast täglich zu intensivieren Diskussionen getroffen.“[35]

 

Hermann Nitsch: „Ich könnte mir vorstellen, daß ein Mord Bestandteil eines Kunstwerks ist, daß aber jetzt eine andere Verantwortungsebene an den Mörder herantritt .... Also: Kunst kann auch ein Verbrechen sein, sagen wir so.[36] Das Töten war und ist außerhalb des ethischen Urteils.“[37]

 

Dies alles bildet ideologische Unterlage für „Snuffing“ als Kunstform.

 

Hier Otto Mühls Credo:

 

Das Friedrichshofer Vaterunser

Es lebe das Ganze

Ich widerstehe der Versuchung,

gegen das Ganze zu sündigen,

Sowohl in der Sexualität, als auch im Besitz,

Sowohl auch in meinem Denken und Handeln,

Alles was ich tue, ist auf das Ganze gerichtet,

Ich werde mein Programm, das ich von fremden,

ethischen Menschen aufgeprägt bekam, auflösen.

Und in ein soziales Programm im Sinne

des Ganzen umfunktionieren.

Ich denke, arbeite, handle und fühle

nur für das Ganze.

Ohne das Ganze bin ich ein nichts.[38]

 

Weiters: „Die Erwachsenen betrachte ich nur als Futter für die Kinder. Mein Plan wäre, hier 5.000 Kinder, und die Erwachsenen verzichten aufs Glück und schaffen nur noch Geld heran, damit man das hier aufbauen kann. Es geht nur darum, sich zu ändern. Über Nacht hast du keine Zweierbeziehung mehr, keine privaten Gefühle, alles baust du ab, aufs Geld bist du nicht mehr fixiert. Du dienst nur einer Sache: Projekt dritte Generation. Die Kinder der dritten Generation, die besser sind als alle miteinander, Menschen, die überhaupt noch nie da waren. Für so etwas zu arbeiten ist ein derartiger Glücksfall. Es mobilisiert derartig viele Energie bei dem, der es erkennt und Glücksgefühle und Rausch, daß man sofort ein positiver Mensch ist".[39]

 

Erinnert dies etwa an Lebensborn?

Otto Mühl über sich selbst: „Ich bin vermutlich der eitelste Mensch unter Gottes Himmel ... Cäsar, Napoleon, Stalin, Lenin, Hitler haben irrsinnig große Sachen geleistet, von denen die Welt heute noch immer spricht, sei es negativ oder positiv, immerhin das erste muß man erreichen im Leben, daß geredet wird, sonst hat das Leben keinen Sinn ... So weit berühmt zu sein, ist köstlich. Sonst ist das Leben ein Blödsinn. Wenn ich nicht einigermaßen bekannt wäre, würde ich es nicht aushalten. Ich bin berühmt und werde noch berühmter. Selbst wenn ich durch den Aktionismus nicht berühmt geworden wäre, durch die Kommune bin ich’s außerdem noch.“[40]

 

Gewiß kann nicht geleugnet werden, daß Otto Mühl sein Ziel erreicht hat.

 

Otto Mühl über seine Kollegen: „Nitsch ist ein Sadist, ein geltungssüchtiger, autistischer Psychopathensäufer, er ist ganz narzißtisch, ein zu kurz gekommenes Muttersöhnchen. Rainer ist ein echter Schläger und Sadist. Nitsch quält dafür Leute bei seinen Aktionen, sie frieren immer. Er richtet das so ein. Ich hätte gern gewußt, wie viele da krank geworden sind, wie viel Lungenentzündung gehabt haben und wie viel gestorben sind“.[41]

 

Und Nitsch über Mühl sich selbst: „Mühl ist spezialisiert auf Minderjährige und Sex und ich bin spezialisiert auf qualvolles Martern von Viechern.“[42]

 

Als angehender „Aktionist“ erfreute sich Mühl auch der Unterstützung von Monsignore Otto Mauer, der nach dem Krieg, wie Bischof Alois Hudal, zur „Ratten-Linie“ des Vatikans gehörte, die „ehemaligen“ Nazis half, u. a. dem Publizisten der Donau-Zeitung Otto Schulmeister,[43] der später Mauer unterstützte und mit ihm den katholischen Kulturzeitschrift Wort und Wahrheit herausgab.

 

Zitat Otto Schulmeister, 1989: „Ich hatte von Herrn (Generaloberst Alexander von) Löhr durchaus nicht den Eindruck, daß er ein Schein ist. Und damals gab es sehr viele Schweine, nicht nur braune.“[44] Und ob er bedauert, was er damals geschrieben hat? Schulmeister: „In keinster Weise!“[45] (sic!)

 

Mauer, den Pater Familias der Aktionisten, war offizieller katholischer Seelsorger der Künstler in Wien.

 

Zitat Otto Mauer 1948, drei Jahre nach dem Holocaust: „Die Juden haben großen Einfluß auf den Kommunismus und auf den Kapitalismus ... Sie spielen sich auf als Verteidiger der Humanität ... während sie nichts anderes als wie ein unsittliches Volk mit einem pervertierten Ungeist sind ... Sie seien zur ewigen Verdammnis verurteilt ... sie wählen immer nur das Böse.“[46]

 

Später aber, gab sich Mauer versöhnlicher und bot den Juden eine Lösung an. 1949 schrieb er: „Es gibt eine Lösung der Judenfrage, aber es gibt nur eine: daß die Juden in Christus den Messias erkennen, daß die Heiden Christen werden...“[47]

 

Zitat Otto Mauer während des Dritten Reiches: „Der Künstler hat es mit dem Teufel zu tun, der eine als Besessener, der andere als Exorzist.“[48]

 

Mauer zum Maler Günther Kraus: „Ein guter Katholik kann kein guter Künstler sein.“[49]

 

Mauer bezeichnete den Objektkünstler Pahdi Frieberger als „Ketzer“. Danach bot er ihn an, ihn zu fördern, wenn er der katholischen Kirche beitreten würde.[50]

 

Josef Dvorak über Otto Mauer: „Jedenfalls war er der Meinung, daß Otto Mühl und Hermann Nitsch in seiner Galerie viel besser aufgehoben wären als in meiner. Deshalb intrigierte er maßlos gegen mich.“[51]

 

Am 17. April 1967 gab Mühl zusammen mit Oswald Wiener und Peter Weibel eine aktionistische Vorführung in Mauers Galerie nächst St. Stephan,[52] der Brutstätte des Aktionismus. (Die sadomasochistische Veranstaltung an der Universität Wien folgte am 7. Juni.) Mühl war schon damals berühmt als Veranstalter und Star von Fäkalorgien.[53] Diese sollten als Basis für das „gescheiterte Experiment“ dienen.

 

Zitat Otto Mühl: „Die Demokratie ist auch so eine Scheiße.“[54]

 

Peter Turrini, Gastkommunarde am Friedrichshof: „Das erste Mal, als es mir gelungen ist, so etwas wie Sympathie der Gruppe zu erwerben, war ein Muttermord. Also, ich habe dann bei dieser Selbstdarstellung, so einen rituellen Muttermord gemacht; und ich hab das halt so durch Schreien und Brüllen und Weinen und Brunzen und Scheißen, so eine vollkommene  Auflösung und gleichzeitig Ermordung gespielt, erlebt; das war immer gemischt. Und als das dann zu Ende war und ich dann nackt und schwitzend und schluchzend am Boden lag, da sind die hergekommen und haben mich gestreichelt und haben irgendwie gesagt: ‘Das ist ja wahnsinnig angenehm, das ist ja wirklich was; wer ist schon ein wirklicher Muttermörder?’ Mein Eintritt in die damalige Gruppe war ja ein Muttermord.“[55]

 

Als die Umstände in der Kommune von der Presse aufgegriffen wurden, versuchten Mühls Befürworter zu beschwichtigen, einschließlich Standard-ten-Träger Peter Sichrovsky, der als sein „Vorreiter“ mit  Artikeln wie Das Sonnenreich des Aktionisten hervorgetreten ist und der für Mühl als PR-Berater gearbeitet hat.[56]

 

Nachdem Mitglieder der Kommune rebelliert hatten, brachten ihn revisionistische Hetzblätter zu Fall. Liberale Zeitungen verteidigten ihn oder hielten sich mit Kritik zurück.

 

(Betreffend revisionistisches Gedankengut, muß man hier betonen, daß diejenige,  die den Mord an eineinhalbmillionen Kindern in den Todesfabriken des Dritten Reiches verharmlosen, nicht wirklich gegen Kindesmißbrauch sind.)

 

Ex-Kommunarde Andreas Schlothauer: „Die meisten von uns (ehemaligen Mitgliedern) wissen, daß Otto Mühl die 12 bis 16 jährigen Mädchen nötigt. Er praktiziert das, was im Mittelalter‚ jus primae noctis‘ hieß, nur hat Hr. Mühl dieses Recht auf Wochen und Monate ausgedehnt.“[57]

 

Eine Anklage gegen Mühl auf Grund von Aussagen von Kommunarden kam Ende 1989 zu Stande. Schlothauer über Ereignisse im Mühl-Prozeß am 23. Januar 1990: „Nach den bewegenden Schilderungen der sieben von Mühl mißbrauchten Mädchen folgte – unter Ausschluß der Öffentlichkeit  – die Video Vorführung eines Zusammenschnittes verschiedener Darstellungen am Friedrichshof. Neben Gewalttätigkeiten Otto Mühls war mehrfach seine Frau Claudia zu sehen, wie sie minderjährige Kommunarden vor einem enthusiastischen Publikum zum Oralverkehr nötigte.

 

Ich habe die Filme gesehen. Sie übertreffen alles Bisherige,‘ sagte die Richterin anschließend. ‚Die Buben wollten das nicht, sie haben geweint. Die sind für ihr Leben geschockt. Es war ihr Bub, ihr eigener Bub und seine Stiefmutter!’ (Einer der Jungen ist der Sohn von Otto Mühl und Claudias Schwester.)

 

‚Staatsanwalt Rabonog meinte noch unter dem Eindruck meinte, noch unter dem Eindruck der Zeugenaussagen und Videovorführung stehend, in seinem Plädoyer: ‚Ich habe schon viele große Prozesse erlebt, aber noch in keinem hat mich das Schicksal der Opfer so bedrückt wie in diesem. Mühl hat Terror ausgeübt. Was ein KZ ist, wissen wir aus der Geschichte. Was die Mädchen am Friedrichshof mitmachen war genau so schrecklich. Otto Mühl hat mit Menschen experimentiert, er hat sie manipuliert. Er war als Künstler so sensibel, daß er zu wissen glaubte, wenn ein Mädchen ‚nein’ sagte es tatsächlich ‚ja’ meinen müsse. Die jugendlichen waren nicht freiwillig dort, er hatte ihnen die Eltern genommen und damit  die Möglichkeit, die Kommune zu verlassen. Sie hatten keine Chance’“.[58]

 

Nachdem Mühl wegen sexuellen Mißbrauchs Minderjähriger, Vergewaltigung, erzwungener Abtreibung und Kindesmißhandlung[59] zu sieben Jahren Haft verurteilt worden war, ist er mit zwei von Kulturstadträtin Ursula Pasterk hochsubventionierten Gedenkausstellungen geehrt worden. Diese Tatsache ist leider nur von der revisionistischen Seite angeprangert worden. Heute haben die Revisionisten blendende Karten. Ist es nicht endlich Zeit, den Tatsachen ins Auge zu sehen? 

 

Unter jenen Kollegen, die für ihn sprachen, sind Christian Ludwig Attersee, Kurt Kalb, Oswald Oberhuber, Arnulf Rainer und Hermann Nitsch, der ihn mit Egon Schiele verglich.[60] Auch Grün-Politiker Peter Pilz verwendete diesen Vergleich: „Und was ist dann mit Egon Schiele? Der ist neunmal im Gefängnis gesessen.“[61] (Schiele ist einmal zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt worden. Er hat minderjährige Mädchen als Aktmodelle verwendet, ohne Erlaubnis der Eltern.)

 

Seine Befürworter und Apologeten bezeichneten die Kommune als „gescheitertes Experiment“.

 

Nach Heinz Sichrovsky von News:Mühl aber versuchte in seiner Kommune als einziger Künstler die Verwirklichung politischer Utopien von der Freiheit der Sexualität und des Eigentums. Er scheiterte grotesk und ging für sieben Jahre ins Gefängnis.“[62]

 

Aber Otto Mühls Schicksal ist untypisch. Sich in Kot zu wälzen, heißt meistens, sich ohne Probleme in Geld zu wälzen.

 

Nachdem Otto Mühl 1998 aus dem Gefängnis entlassen worden war, hat man sein „Dramolette“ am 12. Februar 1998 im Burgtheater aufgeführt mit Hilfe von Peter Turrini, Christian Ludwig Attersee und Einar Schleef. Am 18. Februar ist eine Ausstellung seiner Gefängnismalerei im Österreichischen Museum für angewandte Kunst in Wien eröffnet worden.

 

Claus Peymann erklärte vehement, daß er berechtigt war, das Burgtheater für Mühl zur Verfügung zu stellen, weil „Mühl seine Strafe abgesessen hat“.[63] Sein Stück Muchl ist unter anderem eine Travestie der Justiz, die Mühl wegen Mißbrauchs und Vergewaltigung Minderjähriger verurteilt hat.

 

Mühls „Reue“ für seine Taten: „Ich habe keine Schuldgefühle für das, was ich getan habe.“[64]

 

Mühl in Die Zeit: „Ich bin kein Kinderschänder. Das ist doch Blödsinn. Das waren alles entwickelte Mädchen.“

Die Zeit: „Die waren 13, 14 Jahre alt.“

Mühl: „Ja und?...Eine habe ich ja angeblich sogar vergewaltigt. Das war aber nicht der Fall. Mir tut es leid, daß sie alle so zerstört worden sind. Sie sind mehr Opfer der Auflösung der Kommune als Opfer der freien Sexualität.“[65]

 

Pressekonferenz Ex-Kommunarden, Café Landtmann, Wien: „Otto Mühl hat nach neustem Wissensstand bereits in den 70er Jahren begonnen, Kleinkinder ab dem 4. - 5. Lebensjahr über viele Jahre hinweg regelmäßig sexuell zu mißbrauchen.  Dieser, Mißbrauch fand sogar teilweise im Beisein seiner kleinen Führungsgruppe statt und wurde im Prozeß 1991 nicht thematisiert. ... In einem Gespräch vor 5 Monaten erwähnte Frau (Claudia) Mühl uns gegenüber, daß sie auch heute ‚generationenübergreifenden Zärtlichkeitsaustausch’ praktizieren.“[66]

 

Der Spiegel: „Anläßlich der Mühl-Schau im MAK, in der sie den Versuch einer Rehabilitierung des Künstlers sehen, melden sich nun zwei junge Frauen zu Wort, die neue Vorwürfe erheben: Mühl habe nicht nur, wie bislang bekannt war, Teenager mißbraucht, sondern auch Kinder in jüngerem Alter. In eidesstattlichen Erklärungen schildern die beiden Opfer, wie Mühl sie als kleine Kinder zu sexuellen Handlungen gezwungen habe.  Eine der Frauen, heute 29, sagt etwa aus, sie habe als Fünfjährige, umringt von der Führungsmannschaft der Kommune, Mühl sexuell befriedigen müssen. Die beiden nun gegen Mühl auftretenden Frauen sagen, sie seien zur Zeit der Gerichtsverhandlung gegen Mühl von ExKommunarden gezwungen worden, nicht über die Geschehnisse zu reden.“[67] 

 

Georg Hoffmann Ostenhof schrieb im Profil: „Einige hohe Herren haben sich - so hört man - auf Besuch bei Mühl von den wilden  Weibern befriedigen lassen.“[68] Nach Manfred Seeh in Die Presse: „1988 und 1989 sind an ausziehende Personen und jugendliche Mädchen stattliche 17,8 Millionen Schilling für günstigere Aussagen in den bevorstehenden Prozessen aus der Kommunenkasse bezahlt worden.“[69]

 

Es ist anzunehmen, daß nicht alle die “hohen Herren“ wegen „wilder Frauen“ die Kommune besucht haben, und daß sie jetzt anderswo „befriedigt“ werden.

 

Ein Kulturmächtiger gab zu, daß Pädophilie nach der Mühl-Kommune in organisierten Künstlergruppierungen weiter ausgeübt wird.

 

In meine Satire über den Aktionismus, Da-Da Ga-Ga Ka-Ka steht: „Er beschmierte eine Zeitlang Aktmodelle mit Nahrungsmitteln. Aber vor kurzem hat er seinen Stil geändert. Die symbolische Entladung hat den echten Platz gemacht Sein Freund war ebenfalls ein Happening-Mann.  Das Schlachten von Lämmern war seine Kunst ... Dies war der Tanz um das goldene Kalb.  Nein, es war der Tanz um den goldenen Esel. Ich hörte ein Schnauben und sah einen riesigen, gehörnten Kopf. Es war der Minotaurus. Sein zottiger Tierkörper galoppierte durch die Menge ... Es war eine Nacht, in der ich Mord, Selbstmord und Vergewaltigung erwartet hatte. All dies geschah jetzt vor meinen Augen. Ich konnte nichts mehr unterscheiden. Das Ganze war ein einziger Körper. Ein Körper, der mordete, sich umbrachte und vergewaltigte.“ [70]

 

Hätten die Kulturmächtigen sich mit diesem Text auseinandergesetzt, anstatt mich als Autor auszuschalten, hätte man den Mitgliedern der Kommune, besonders den Kindern, viel Leid erspart.

 

In der Zeitschrift Menschenrecht, Sept. 1992, schrieb ich: „Es gibt keinen Grund zur Beunruhigung: Einkerkerung bedeutet nicht notwendigerweise das Ende einer Künstlerkarriere. Otto Mühl wird von den Kulturmächtigen weiter unterstützt und hoch subventioniert. Die Tatsache, auf der anderen Seite des Gesetzes gestanden zu haben, kann als Carte Blanche für die Zukunft dienen.“[71]

 

Anfang Juni 1998 hat Martin Humer, der sogenannte „Porno-Jäger“, ein Gemälde von Otto Mühl, das im Rahmen der Ausstellung „Das Jahrhundert der künstlerischen Freiheit“ in der Wiener Secession  ausgestellt worden war, mit roter Farbe überschüttet. Im Mühl-Bild werden Mühl, Kardinal Han