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„Otto
Mühl. Leben/Kunst/Werk-Aktion/Utopie/Malerei 1960 -2004“
(Originaltitel: Das Leben, ein Kunstwerk)
(3.3-31.5.2004)
MAK-Kuratorium
Andreas Treichl, Vorsitzender(Bank Austria, Direktor)
Rudolf
Scholten, Stellvertretender Vorsitzender (Kontrollbank
Direktor)
„Otto
Mühl ist einer der Bedeutesten Künstler der
Nachkriegszeit“.
-
Peter Noever, MAK Direktor
Mühl
hat nie, niemals in der Kommune mit Kleinkinder Sex gehabt.
Und wenn Otto
Mühl
mit 13 bis 14 Jährigem geschlafen hat, wie man sagt, das ist
mit einer Idee
ausgegangen,
und nicht eine perverse Idee. Wir haben gedacht mit 13 ist man
sehr reif.
-
Danielle Rousselle, Otto Mühl Archiv, Paris
Es
geht nur um das künstlerische Werk von Otto Mühl ... Die
Ausstellung ist notwendig zu
erfahren wer Otto Mühl ist.
Die Dinge sind einerseits nicht zu trennen.
-
Peter Noever, Direktor, MAK
„...die
Moralattackierer, die letztlich ein wenig peinlich wirken,
wenn sie seit Jahrzehnten mit dem gleichen Kopf gegen die
gleiche Wand rennen.“
-
Rudolf Scholten, MAK-Kuratorim
***
Herbert
Kuhner
Aktionismus
und Gewalt in der Kunst
Der
neue Faschismus wird sich nicht als Faschismus deklarieren,
sondern als Antifaschismus.
-
Ignazio Silone
Die
Blasphemie, die Obszönität, die Scharlatanerie, der
sadistische Exzeß, die Orgie, die Senkgruben-Ästhetik sind
unsere moralischen Mittel.
Zur Sexualität gehört natürlich auch das Morden.
Es wird bald zur sittlichen Pflicht gehören, Banken zu
knacken und irgendeinen Krüppel niederzuschießen.
-
Otto Mühl, Aktionist
Mühl
ist spezialisiert auf Minderjährige und Sex und ich bin
spezialisiert auf qualvolles Martern von Viechern
... Ich könnte mir vorstellen, daß ein Mord Bestandteil
eines Kunstwerks ist.
Das Töten war und ist außerhalb des ethischen Urteils.
-
Hermann Nitsch, Aktionist
Entweder uns geht’s gut oder die Welt geht
in die Luft.
-
Peter Weibel, Aktionist und Kultur Kommissär
Nach
dem Zweiten Weltkrieg gab es in Österreich keine gründliche
Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. Angeblich sind
in den Fünfziger Jahren sind die übrig gebliebenen
Nazi-Autoren von einer radikalen, „antifaschistischen“, künstlerischen
Bewegung verdrängt worden. (Aber man muß auch hinzufügen,
daß die „Verdrängung“ von Autoren mit braunem
Hintergrund sehr lückenhaft gewesen ist.) Die Aktionisten gehörten
dieser Bewegung an. Jene, die sich für eine barbarische
Bewegung eingesetzt haben, wurden verdrängt von denen, die öffentlich
barbarische Veranstaltungen aufführen wollten. Der alte Geist
zog neue Kleider
an und fand für sich ein neues Ambiente.
Gewalt
wurde in die Kunst integriert
und stellt
sich als Protest gegen Gewalt dar.
Die
Nazis leugnen die Shoah ab; die Revisionisten schwächen sie
ab.
Die
Revisionisten sind die „respektablen“ Apologeten der
Nationalsozialisten, die sich in die Gesellschaft integriert
haben.
Die
Revisionisten widersprechen der barbarischen Wahrheit des
Dritten Reiches und „verdammen“ die Barbarei der
Aktionisten. In der Folge geben sich die Apologeten des
Nationalsozialismus und die politischen Reaktionäre
scheinheilig und gewinnen leicht Punkte gegen die
„Antifaschisten“, derer sich die Aktionisten angenommen
haben. Jene, die mit den sadomasochistischen Veranstaltungen
der Aktionisten nicht einverstanden sind, sind gehemmt und
haben Angst, mit den Rechten in einen Topf geworfen zu werden.
Ich zitiere Michael Ley: „Da man sich jedoch als
antifaschistisch ausgab, schien man gegen jegliche Kritik
gefeit und bezichtigte häufig die Kritiker als
‘Faschisten’.“
Der
Kampf um die Darstellung des Dritten Reiches, der in der österreichischen
Öffentlichkeit stattfindet, wird hauptsächlich zwischen den
Regenbogen-Revisionisten und den Holocaust-Ausbeutern geführt.
Die einen versuchen das „Image“ des Dritten Reiches zu
verbessern, während die anderen unqualifizierte
Beschimpfungen und Erklärungen von sich geben.
Die
Nationalsozialisten haben Gewalt gegen Menschen und
Sado-Masochismus meistens im Geheimen praktiziert, da sie
ehrenhaft und anständig erscheinen wollten. Heute wird
„anständig“ als Nazi-Codewort verwendet. Dies hat
Tradition. Heinrich Himmler: „Jeder hier weiß, wie es ist, wenn da 100 Leichen
zusammenliegen, oder 500 Leichen, oder 700 Leichen - und das
mitgemacht zu haben und dabei anständig geblieben zu
sein, das ist ein niemals zu schreibendes Ruhmesblatt
der deutschen Geschichte.“
Ein
Revisionist ist nicht gegen Gewalt. Er prangert sie nur an,
wenn sie im „anderen“ politischen Lager zu Hause ist. Die,
die Gewalt und Sadomasochismus predigen und öffentlich
praktizieren, marschieren in der vordersten Reihe mit den
Antifaschisten. So können sie sich profilieren und werden dafür
bestens belohnt. Welch
ein Segen für die Revisionisten! Sie kriegen die besten
Karten und können leicht Punkte sammeln.
Der
Maler Adolf Frohner: „Der Aktionismus hat aufbegehrt gegen
das Schweigen nach 1945. Die gleichen Leute, die in der
Nazizeit dort gewesen sind, sind weiterhin auf ihren Stellen
geblieben, mit dem Parteizeichen unter dem Revers oder sie
haben es weggeworfen.“
Manchmal
ist das Gegengift nicht weniger giftig als das Gift.
Hitler
befahl den Mord an Ernst Röhm und seinen SA-Schergen im Juni
1934. Röhm war Hitlers Gegner, aber er war weder Anti-Nazi
noch Humanist. Hitler befahl auch den Mord an Dollfuß im
selben Jahr. Dollfuß war Anti-Nazi, aber nicht Antifaschist.
Man soll nicht nur fragen, wogegen einer ist, sondern auch wofür.
Als
Josef Goebbels das von sowjetischer Seite verübte Massaker an
polnischen Offiziere 1941 in Katyn anprangerte, tat er dies
weil, es in sein Konzept paßte. Wir wissen, daß er nicht
gegen Massaker war, denn die Verbrechen, die er guthieß,
waren grenzenlos.
Demagogen
lügen nicht immer. Sie erzählen die Wahrheit, wenn es ihren
Zielen dient.
Ein
Demagoge kann weder eine Lüge in die Wahrheit verdrehen, noch
kann er die Wahrheit in eine Lüge verdrehen.
Kein
Lügner lügt immer. Eine kaputte Uhr zeigt zweimal am Tag die
richtige Zeit.
Ich
mußte aus Österreich, beziehungsweise aus der Ostmark flüchten,
sonst hätte ich das Schicksal mit denen die nicht flüchten
wollten oder konnten geteilt. Deswegen ist es eine logische
Folge, daß ich Grausamkeit gegen jedes Lebewesen, Brutalität
und Erniedrigung von Menschen und Schändung religiöser
Kultobjekte entschieden ablehne.
Als
ich nach Österreich zurückkehrte, fand ich mich als
Schriftsteller ausgegrenzt. Als meine Satire über den
Aktionismus, Da-Da Ga-Ga
Ka-Ka, veröffentlicht wurde, war meine Ausgrenzung
vollkommen.
Ich
zitiere den Soziologen Michael Ley: „Nur einem ausgegrenzten
Außenseiter fiel auf, was sich hinter der billigen Floskel
„antifaschistische Kunst“ verbarg: Affirmation totalitärer
Gewaltverhältnisse, nicht ihre Kritik.
In
der Kunst wird es immer schwieriger, die Böcke von den
Schafen zu unterscheiden, wahre Künstler von Scharlatanen. Es
ist alles eine „Geschmackfrage“. (Meiner Meinung nach,
haben die Böcke längst alles unter den Nagel gerissen, und
ihr Blöken dominiert.) Jedoch öffentliche „Aktionen“ wie
z. B. Tiere zu Tode zu quälen, Selbstverstümmelungen, Geißelungen
und Auspeitschungen, das Trinken von Blut und Urin, das Essen
von Kot, und schließlich Selbstzerstörung, sind Taten, die
von mir eine Stellungnahme verlangen. Beispiele: Valie Export
goß kochendes Wachs über lebende Vögel.
Günther Brus schlitzte seine Brust mit einer Rasierklinge auf
und sagte, der nächste Schritt, wäre ein Stück Fleisch von
sich selbst zu essen. Rudolf Schwarzkogler verübte Selbstmord
als die endgültige „Aktion“. Es wird behauptet, daß
Rudolf Schwarzkogler seinen Penis abgeschnitten hat, bevor er
sich aus einem Fenster stürzte.
Diese
„Darstellungen“ wurden von der österreichischen
Kulturelite praktiziert und von der
crème de la crème unterstützt, und sie sind von den
Machthabern und jenen, die Macht anstreben, gutgeheißen
worden. Manche ihre Befürworter sind in der Kunst des
Sophismus sehr gewandt und geübt.
Gewalt
als Nervenkitzel auszuüben hat überhaupt nichts gemeinsames
mit Antifaschismus, und deswegen meiden die „Kulturmacher“
die Auseinadersetzung mit diesem Thema.
Diejenige,
die nicht Befürworter oder Mitläufer sind, schweigen
meistens, und sie haben auch die Angst, daß jegliche Kritik
die Revisionisten verstärken wird.
Die
Frage ist: können Lügen und Gemeinheit
einer guten Sache dienen?
Es
ist Zeit endlich die Karten auf den Tisch zu legen, komme was
wolle.
Die
Nazis zerstörten Menschen und menschliche Werte. Sie
versuchten die Kunst und durch eine sterile Verherrlichung von
Mutterschaft und soldatischen Heldentum und Familien-, Bauern-
und ländlichen Idyllen zu ersetzen. Im Grunde zeigt
nationalsozialistische Kunst oder Nicht-Kunst eine verlogene
Darstellung von patriotischer Liebe zu Mutter Erde und zum
Vaterland.
Die
sadomasochistischen, antihumanistischem und mörderischen
Elemente in den antisemitischen Schriften, Karikaturen und
Propagandafilmen sind selten in der Nazikunst zu finden.
Deswegen ist die Lüge in der Nazikunst eine doppelte. Die Lüge
sollte eine brav-biedere Bewegung und Gesellschaft
widerspiegeln. Nicht gezeigt wird der wahre Charakter.
Aktionistische Kunst oder Anti-Kunst fügt das hinzu, was
fehlt. Und tatsächlich ist dies ehrlicher. Man könnte sehr
wohl argumentieren, daß sie wahrhaft die Gesellschaft repräsentiert,
in der sie entstanden ist. Aufschlußreich ist, daß
diejenigen, die ihren Kot auf den Staat entladen haben, von
diesem die höchste Annerkennung als Staatskünstler genießen.
Für
die Bürger des Dritten Reiches gab es großartige Möglichkeiten,
sich ihren sadistischen Neigungen hinzugeben. Die
Konzentrationslager und andere Mord-Stellen waren ein Paradies
für sadistische Kommandanten, Aufpasser, Wärter, Kapos und
Totenkopf Brigade der SS.
Ausgenommen
die Kristallnacht vom 9. November 1938, fanden barbarische
Nazitaten meistens unter Ausschluß der Öffentlichkeit oder
in eroberten Ländern statt. Die Nazis wollten den Ruf als
tapfere Krieger genießen, nicht als Massenmörder hilfloser
Zivilisten. Sie benahmen sich ehrlos, wollten aber als
ehrenhaft gelten. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs, bis in die
Gegenwart, wird einhellig die Auschwitzlüge von den Nazis und
ihren Apologeten verbreitet. Und sie bleiben auch dabei, wenn
Neo-Nazis gegen Minderheiten, Asylanten und ihre Helfer im
heutigen Deutschland und Österreich Gewalttaten verüben.
Diese
Zustände sind natürlich ein gefundenes Fressen für die
Revisionisten. Sie übermalen die Barbarei der braunen
Vergangenheit mit rosigen Farben, verurteilen aber Gewalt,
wenn sie von „Andersdenkenden“, ausgeübt wird. Dadurch
profitieren alle. Gültige Argumente werden den Revisionisten
auf einen Servierteller präsentiert, und jeder, der Kritik an
Gewalt unter dem Deckmantel der Kunst übt, wird mit ihnen in
einem Topf geworfen. Wer sich äußert, muß mit Konsequenzen
rechnen, weil man gegen Macht und Einfluß agiert.
Geschlossene
Bücher sind gefährlicher als offene Bücher.
Die
Gegenwart ist ein Schlüssel zur Vergangenheit, und auch
umgekehrt.
Die
revisionistische Fraktion ist ein offenes Buch, aber nur wenn
auch die geschlossenen Bücher offen liegen, kann es
eine echte Aufklärung geben.
Der
menschenverachtende Geist des Nationalsozialismus ist in der
Kunst geführt worden und wird in ihr deutlich ausgedrückt.
Die Ausüber finden unter der Unantastbarkeit der Kunst
Schutz.
Es gibt manchmal einen Weg zum Allerheiligsten für Künstler die am Rande
stehen. Es kann passieren, daß diese in spätern Jahren ein
Angebot erhalten, „aufgebaut“ zu werden. Eine Beteiligung
an privaten „Veranstaltungen“ wird verlangt, um sie erpreßbar
zu machen, so daß eine Ausbeutung gesichert wird. Und es gibt
dabei keine gesetzlichen Grenzen. Erst postum schießen die
Preise in die Höhe, und das große Geschäft wird gemacht. Ein prominenter Förderer meinte, ausplaudern könnte tödliche
Folgen haben.
Eine Bruderschaft im Übelen hält Übeltäter zusammen, genauso wie Blut
als Klebestoff für die SS diente.
Hier
sind Zitate aus dem Film Das
Meisterspiel von Lutz Dammbeck, in welchem der 1994
erfolgte und bis heute nicht geklärte Anschlag auf einige
Bilder Arnulf Rainers thematisiert wird. Im Bekennerbrief
kommt der Satz vor, „Ich habe mich entschlossen, Aktionist
zu werden.“ Diese Worte erinnern an ein Zitat aus Mein
Kampf von Adolf Hitler: „Ich habe mich entschlossen,
Politiker zu werden.“ Der Philosoph Helmut
Kohlenberger: „Die Kunstszene, in der beschlossen
wird, Aktionist zu sein, ist ein struktureller Nachfolger (des
Nationalsozialismus) ... Und ich glaube tatsächlich, daß in
der gesamten Kunstszene
eine Nachfolge dieses Regimes gegeben ist, denn sie ist die
einzige erlaubte Diktatur in diesem Land (Österreich).“
Dammbeck: „Das heißt also, in der Kunstszene kann man unter
linken Etiketten mal so richtig die Nazi-Sau „rauslassen.“
Kohlenberger: „Insofern ist hier ein Text entstanden, der
unangenehm erinnert, das es eine Kontinuität gibt, mitten in
der behaupteten Diskontinuität und zwar gerade dort, wo man
sie nicht vermutet, nämlich bei den braven, linken und
antifaschistischen Künstlern.“
„Ein
Künstler erkennt sein Werk, wird es ihm via Medien frei Haus
geliefert....“ (Bekennerschreiben vom 20. 12. 1993 an
General der Sicherheitspolizei Michael Sika, nach dem
Briefbombenattentat auf den Wiener Bürgermeister
Dr. Helmut Zilk.)
Nach
Josef Dvorak: “In der Praterstrasse im Hinterzimmer der Mühl
Kommune bastelte Hermann Flasch mit Interessenten an Sprengkörpern.
Man wollte Sprengstoffbriefe an verschiede Politiker (darunter
die ÖVP-Abgeordnete (Marga) Hubinek) und Institutionen
schicken, aber alle Spuren sollten auf Hermann Flasch weisen.
Schließlich würde ihn die Polizei finden – tot. Der
Selbstmord sollte nach einer genau ausgearbeiteten
Happening-Partitur vor sich gehen und verfilmt werden ... Ich
erfuhr Hermann Flasches kompletten Plan im Juni 1972 ...
Flasch irrte im Wiener Prater umher, am 4. Juni bat er mich
telephonisch um Hilfe. Wir vereinbarten eine Aussprache für
den 8. Juni, der drei weitere folgten. Dabei bekam ich die
“Partitur” des Selbstmord Happenings zu Gesicht, die ich
schon vorher in der Mühl-Kommune gesehen hatte, ohne sie zu
verstehen, ich erfuhr Einzelheiten und Namen von
Mitbeteiligten an den geplanten Sprengstoffaktionen ... Neben
seiner Leiche fand die Polizei die Suizid-“Partitur” aus
dem Jahr 1972. Der Selbstmord
war genau nach dieser Vorlage ausgeführt. Tage nachdem man
die Leiche entdeckt hatte, erreichten die letzten
Sprengstoff-Briefe ihre Adressaten. Im September 1973 schrieb
ich für das Neue Forum einen Nachruf auf Hermann
Flasch. Mühl vereitelte den Abdruck und drohte mir für den
Fall, daß ich den Wiener Aktionismus journalistisch
kritisieren sollte, Folgen an. Ich würde in Österreich
meinen Beruf nicht mehr ausüben können ... Einige Tage später
wurde deutlich, daß der “Fall Flasch” vertuscht werden
sollte. War schon die polizeiliche Spurensicherung äußerst
mangelhaft gewesen, wurden nun keine Hintergrundinformationen
an die Presse weitergegeben, ein sehr hoher, öffentlicher
Funktionär versuchte
(erfolglos) einen Anti-Mühl Artikel in der Arbeiter
Zeitung zu
verhindern. Kollegen warnten mich vor “Maßnahmen” von
oben: ich wisse zu viel.”
Ein amerikanischer Journalist hat
in den Siebzigerjahren Hinweise auf Pädophilie und „Snuff“-Situationen
verfolgt. Er erzählte mir, daß er politisch blockiert worden
ist und mußte aufgeben.
In
solcher, „aufgeklärten Atmosphäre“ schien ein Mann, der
sich öffentlich im Kot begattete, der eine Gans enthauptete
und eine Frau mit dem Halsstumpf penetrierte,
geradezu prädestiniert, eine Kommune zu leiten, wo er als Hüter von Kindern fungierte. Dort herrschte er fast zwei Jahrzehnte unbeschränkt. Die
Subventionen flossen, und Lob kam von den höchsten Stellen.
Bruno
Kreisky: „Mein Freund und größter Maler, vielleicht der
beste, den wir in Österreich haben.
Als Mensch hat er eine große intensive Entwicklung
durchgemacht und in der Tat hat er neue menschliche Qualitäten
ins Leben der Gemeinschaft eingebracht.“
Und über die Kommune: „Von der liberalen Warte aus
betrachtet, bleibt uns nichts anderes übrig, als diese jungen
Menschen gewähren zu lassen.
Man muß dieses Experiment gegen Angriffe, vor allem von den
deutschen Zeitungen in
Schutz nehmen.
Die
Kommune ist auch von Theodor Kery, Hilde Hawlicek, Karl Blecha
und Helmut Zilk unterstützt worden.
Im
Winter 1989 wurden Mühl und seine Mit-Aktionisten bei ihrer
Ausstellung in Kassel durch Bundeskanzler Franz Vranitzky
geehrt, der diese eröffnete.
Hier
sind Zitate vom Herrscher der Kommune: „Darstellungswürdig
ist alles, was einfällt ... Auch der Lustmord ist drin.“
„Koitus, Folterungen, Vernichtung von Menschen und Tieren
sind das einzige sehenswerte Theater ... Zur Sexualität gehört
natürlich auch das Morden.“ Haustiere dienen ihm als
Notbehelf. Demnächst will er im LSD-Rausch einen
"perfekten Lustmord verüben, mit einer Ziege, die ich
als Frau anerkenne.“
„In meinen nächsten Filmen werden Menschen geschlachtet.
Das Schlachten von Menschen darf nicht Staatsmonopol bleiben.
Es wird bald zur sittlichen Pflicht gehören, Banken zu
knacken und irgendeinen Krüppel niederzuschießen.“
Kultur-Kommissar
Peter Weibel über einen integeren Politiker: „Ich kannte
Universitätsprofessor Dr. Stephan Koren. Er war ein Krüppel
und wollte mir immer zeigen, daß er einer ist wie ich.
Mir zum beweis hat er sich zum Minister hinaufgehangelt, auch
nur mit einem Arm ... wenn das Krüppel Koren bei öffentlichen
ansprachen den linken Arm als grauenerregendes Monument seiner
vertanen und verstümmelten Menschlichkeit in die Luft streckt
...daß jedem gesunden Österreicher vor entsetzen über
diesen Aussatz der
Nation die Pupille platzt ... (etc.)
Weibel
weiter: „... daß sich im Amoklauf und im Mord und
Attentat der eigentliche Mensch erst verwirklicht ... und
ich wäre froh, wenn ich schon die Kraft hätte so etwas
zusammenzubringen wie die Attentäter und Amokläufer, das
sind einzigartige menschliche Leistungen für mich.“
Oswald Wiener: „Wir haben schon daran gedacht, Leute umzubringen, als
Kunstwerk oder so – wenn das radikal ist. Aber es ist
nicht geschehen. Bayer, Achleitner, Rühm und ich haben uns
zwei, drei Jahre lang fast täglich zu intensivieren
Diskussionen getroffen.“
Hermann
Nitsch: „Ich könnte mir vorstellen, daß ein Mord
Bestandteil eines Kunstwerks ist, daß aber jetzt eine andere
Verantwortungsebene an den Mörder herantritt .... Also: Kunst
kann auch ein Verbrechen sein, sagen wir so.
Das Töten war und ist außerhalb des ethischen Urteils.“
Dies
alles bildet ideologische Unterlage für „Snuffing“ als
Kunstform.
Hier Otto Mühls Credo:
Das
Friedrichshofer Vaterunser
Es
lebe das Ganze
Ich
widerstehe der Versuchung,
gegen
das Ganze zu sündigen,
Sowohl
in der Sexualität, als auch im Besitz,
Sowohl
auch in meinem Denken und Handeln,
Alles
was ich tue, ist auf das Ganze gerichtet,
Ich
werde mein Programm, das ich von fremden,
ethischen
Menschen aufgeprägt bekam, auflösen.
Und
in ein soziales Programm im Sinne
des
Ganzen umfunktionieren.
Ich
denke, arbeite, handle und fühle
nur
für das Ganze.
Ohne
das Ganze bin ich ein nichts.
Weiters:
„Die Erwachsenen betrachte ich nur als Futter für die
Kinder. Mein Plan wäre, hier 5.000 Kinder, und die
Erwachsenen verzichten aufs Glück und schaffen nur noch Geld
heran, damit man das hier aufbauen kann. Es geht nur darum,
sich zu ändern. Über Nacht hast du keine Zweierbeziehung
mehr, keine privaten Gefühle, alles baust du ab, aufs Geld
bist du nicht mehr fixiert. Du dienst nur einer Sache: Projekt
dritte Generation. Die Kinder der dritten Generation, die
besser sind als alle miteinander, Menschen, die überhaupt
noch nie da waren. Für so etwas zu arbeiten ist ein
derartiger Glücksfall. Es mobilisiert derartig viele Energie
bei dem, der es erkennt und Glücksgefühle und Rausch, daß
man sofort ein positiver Mensch ist".
Erinnert
dies etwa an Lebensborn?
Otto
Mühl über sich selbst: „Ich bin vermutlich der eitelste
Mensch unter Gottes Himmel ... Cäsar, Napoleon, Stalin,
Lenin, Hitler haben irrsinnig große Sachen geleistet, von
denen die Welt heute noch immer spricht, sei es negativ oder
positiv, immerhin das erste muß man erreichen im Leben, daß
geredet wird, sonst hat das Leben keinen Sinn ... So weit berühmt
zu sein, ist köstlich. Sonst ist das Leben ein Blödsinn.
Wenn ich nicht einigermaßen bekannt wäre, würde ich es
nicht aushalten. Ich bin berühmt und werde noch berühmter.
Selbst wenn ich durch den Aktionismus nicht berühmt geworden
wäre, durch die Kommune bin ich’s außerdem noch.“
Gewiß
kann nicht geleugnet werden, daß Otto Mühl sein Ziel
erreicht hat.
Otto
Mühl über seine Kollegen: „Nitsch ist ein Sadist, ein
geltungssüchtiger, autistischer Psychopathensäufer, er ist
ganz narzißtisch, ein zu kurz gekommenes Muttersöhnchen.
Rainer ist ein echter Schläger und Sadist. Nitsch quält dafür
Leute bei seinen Aktionen, sie frieren immer. Er richtet das
so ein. Ich hätte gern gewußt, wie viele da krank geworden
sind, wie viel Lungenentzündung gehabt haben und wie viel
gestorben sind“.
Und
Nitsch über Mühl sich selbst: „Mühl ist spezialisiert auf
Minderjährige und Sex und ich bin spezialisiert auf
qualvolles Martern von Viechern.“
Als angehender „Aktionist“ erfreute sich Mühl auch der Unterstützung
von Monsignore Otto Mauer, der nach dem Krieg, wie Bischof
Alois Hudal, zur „Ratten-Linie“ des Vatikans gehörte, die
„ehemaligen“ Nazis half, u. a. dem Publizisten der Donau-Zeitung
Otto Schulmeister,
der später Mauer unterstützte und mit ihm den katholischen
Kulturzeitschrift Wort und Wahrheit herausgab.
Zitat
Otto Schulmeister, 1989: „Ich hatte von Herrn
(Generaloberst Alexander von) Löhr durchaus nicht den
Eindruck, daß er ein Schein ist. Und
damals gab es sehr viele Schweine, nicht nur braune.“ Und ob er bedauert, was
er damals geschrieben hat? Schulmeister: „In keinster Weise!“
(sic!)
Mauer, den Pater Familias der Aktionisten, war offizieller katholischer
Seelsorger der Künstler in Wien.
Zitat
Otto Mauer 1948, drei Jahre nach dem Holocaust: „Die
Juden haben großen Einfluß auf den Kommunismus und auf den
Kapitalismus ... Sie spielen sich auf als Verteidiger der
Humanität ... während sie nichts anderes als wie ein
unsittliches Volk mit einem pervertierten Ungeist sind ... Sie
seien zur ewigen Verdammnis verurteilt ... sie wählen immer
nur das Böse.“
Später
aber, gab sich Mauer versöhnlicher und bot den Juden eine Lösung
an. 1949 schrieb er: „Es gibt eine Lösung der Judenfrage,
aber es gibt nur eine: daß die Juden in Christus den Messias
erkennen, daß die Heiden Christen werden...“
Zitat
Otto Mauer während
des Dritten Reiches: „Der Künstler hat es mit dem Teufel zu
tun, der eine als Besessener, der andere als Exorzist.“
Mauer zum Maler Günther Kraus: „Ein guter Katholik kann kein guter Künstler
sein.“
Mauer bezeichnete den Objektkünstler Pahdi Frieberger als „Ketzer“.
Danach bot er ihn an, ihn zu fördern, wenn er der
katholischen Kirche beitreten würde.
Josef Dvorak über Otto Mauer: „Jedenfalls war er der Meinung, daß Otto Mühl
und Hermann Nitsch in seiner Galerie viel besser aufgehoben wären
als in meiner. Deshalb intrigierte er maßlos gegen mich.“
Am 17. April 1967 gab Mühl zusammen mit Oswald Wiener und Peter Weibel eine
aktionistische Vorführung in Mauers Galerie nächst St.
Stephan,
der Brutstätte des Aktionismus.
(Die sadomasochistische Veranstaltung an der Universität
Wien folgte am 7. Juni.) Mühl war schon damals berühmt als
Veranstalter und Star von Fäkalorgien.
Diese sollten als Basis für das „gescheiterte Experiment“
dienen.
Zitat
Otto Mühl: „Die Demokratie ist auch so eine Scheiße.“
Peter
Turrini, Gastkommunarde am Friedrichshof: „Das erste Mal,
als es mir gelungen ist, so etwas wie Sympathie der Gruppe zu
erwerben, war ein Muttermord. Also, ich habe dann bei dieser
Selbstdarstellung, so einen rituellen Muttermord gemacht; und
ich hab das halt so durch Schreien und Brüllen und Weinen und
Brunzen und Scheißen, so eine vollkommene
Auflösung und gleichzeitig Ermordung gespielt, erlebt;
das war immer gemischt. Und als das dann zu Ende war und ich
dann nackt und schwitzend und schluchzend am Boden lag, da
sind die hergekommen und haben mich gestreichelt und haben
irgendwie gesagt: ‘Das ist ja wahnsinnig angenehm, das ist
ja wirklich was; wer ist schon ein wirklicher Muttermörder?’
Mein Eintritt in die damalige Gruppe war ja ein Muttermord.“
Als
die Umstände in der Kommune von der Presse aufgegriffen
wurden, versuchten Mühls Befürworter zu beschwichtigen,
einschließlich Standard-ten-Träger Peter Sichrovsky, der als sein „Vorreiter“
mit Artikeln wie Das Sonnenreich des Aktionisten hervorgetreten ist
und der für Mühl als PR-Berater gearbeitet hat.
Nachdem
Mitglieder der Kommune rebelliert hatten, brachten ihn
revisionistische Hetzblätter zu Fall. Liberale Zeitungen
verteidigten ihn oder hielten sich mit Kritik zurück.
(Betreffend
revisionistisches Gedankengut, muß man hier betonen, daß
diejenige, die
den Mord an eineinhalbmillionen Kindern in den Todesfabriken
des Dritten Reiches verharmlosen, nicht wirklich gegen
Kindesmißbrauch sind.)
Ex-Kommunarde
Andreas Schlothauer: „Die meisten von uns (ehemaligen
Mitgliedern) wissen, daß Otto Mühl die 12 bis 16 jährigen Mädchen
nötigt. Er praktiziert das, was im Mittelalter‚ jus primae
noctis‘ hieß, nur hat Hr. Mühl dieses Recht auf Wochen und
Monate ausgedehnt.“
Eine
Anklage gegen Mühl auf Grund von Aussagen von Kommunarden kam
Ende 1989 zu Stande. Schlothauer über Ereignisse im Mühl-Prozeß
am 23. Januar 1990: „Nach den bewegenden Schilderungen der
sieben von Mühl mißbrauchten Mädchen folgte – unter
Ausschluß der Öffentlichkeit
– die Video Vorführung eines Zusammenschnittes
verschiedener Darstellungen am Friedrichshof. Neben Gewalttätigkeiten
Otto Mühls war mehrfach seine Frau Claudia zu sehen, wie sie
minderjährige Kommunarden vor einem enthusiastischen Publikum
zum Oralverkehr nötigte.
„‚Ich habe die Filme gesehen. Sie übertreffen alles Bisherige,‘ sagte die
Richterin anschließend. ‚Die Buben wollten das nicht, sie
haben geweint. Die sind für ihr Leben geschockt. Es war ihr
Bub, ihr eigener Bub und seine Stiefmutter!’ (Einer der
Jungen ist der Sohn von Otto Mühl und Claudias Schwester.)
„‚Staatsanwalt Rabonog
meinte noch unter dem Eindruck meinte, noch unter dem Eindruck
der Zeugenaussagen und Videovorführung stehend, in seinem Plädoyer:
‚Ich habe schon viele große Prozesse erlebt, aber noch in
keinem hat mich das Schicksal der Opfer so bedrückt wie in
diesem. Mühl hat Terror ausgeübt. Was ein KZ ist, wissen wir
aus der Geschichte. Was die Mädchen am Friedrichshof
mitmachen war genau so schrecklich. Otto Mühl hat mit
Menschen experimentiert, er hat sie manipuliert. Er war als Künstler
so sensibel, daß er zu wissen glaubte, wenn ein Mädchen
‚nein’ sagte es tatsächlich ‚ja’ meinen müsse. Die
jugendlichen waren nicht freiwillig dort, er hatte ihnen die
Eltern genommen und damit
die Möglichkeit, die Kommune zu verlassen. Sie hatten
keine Chance’“.
Nachdem
Mühl wegen sexuellen Mißbrauchs Minderjähriger,
Vergewaltigung, erzwungener Abtreibung und Kindesmißhandlung
zu sieben Jahren Haft verurteilt worden war, ist er mit zwei
von Kulturstadträtin Ursula Pasterk hochsubventionierten
Gedenkausstellungen geehrt worden. Diese Tatsache ist leider nur
von der revisionistischen Seite angeprangert worden. Heute
haben die Revisionisten blendende Karten. Ist es nicht endlich
Zeit, den Tatsachen ins Auge zu sehen?
Unter
jenen Kollegen, die für ihn sprachen, sind Christian Ludwig
Attersee, Kurt Kalb, Oswald Oberhuber, Arnulf Rainer und
Hermann Nitsch, der ihn mit Egon Schiele verglich.
Auch Grün-Politiker Peter Pilz verwendete diesen Vergleich:
„Und was ist dann mit Egon Schiele? Der ist neunmal
im Gefängnis gesessen.“
(Schiele ist einmal zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt
worden. Er hat minderjährige Mädchen als Aktmodelle
verwendet, ohne Erlaubnis der Eltern.)
Seine
Befürworter und Apologeten bezeichneten die Kommune als
„gescheitertes Experiment“.
Nach
Heinz Sichrovsky von News:
„Mühl aber versuchte in seiner Kommune als einziger Künstler
die Verwirklichung politischer Utopien von der Freiheit der
Sexualität und des Eigentums. Er scheiterte grotesk und ging
für sieben Jahre ins Gefängnis.“
Aber
Otto Mühls Schicksal ist untypisch. Sich in Kot zu wälzen,
heißt meistens, sich ohne Probleme in Geld zu wälzen.
Nachdem
Otto Mühl 1998 aus dem Gefängnis entlassen worden war, hat
man sein „Dramolette“ am 12. Februar 1998 im Burgtheater
aufgeführt mit Hilfe von Peter Turrini, Christian Ludwig
Attersee und Einar Schleef. Am 18. Februar ist eine
Ausstellung seiner Gefängnismalerei im Österreichischen
Museum für angewandte Kunst in Wien eröffnet worden.
Claus Peymann erklärte vehement, daß er berechtigt war, das Burgtheater für
Mühl zur Verfügung zu stellen, weil „Mühl seine Strafe
abgesessen hat“.
Sein Stück Muchl
ist unter anderem
eine Travestie der Justiz, die Mühl wegen Mißbrauchs und
Vergewaltigung Minderjähriger verurteilt hat.
Mühls „Reue“ für seine Taten: „Ich habe keine Schuldgefühle für
das, was ich getan habe.“
Mühl
in Die Zeit: „Ich bin kein Kinderschänder. Das ist
doch Blödsinn. Das waren alles entwickelte Mädchen.“
Die Zeit:
„Die waren 13, 14 Jahre alt.“
Mühl:
„Ja und?...Eine habe ich ja angeblich sogar vergewaltigt.
Das war aber nicht der Fall. Mir tut es leid, daß sie alle so
zerstört worden sind. Sie sind mehr Opfer der Auflösung der
Kommune als Opfer der freien Sexualität.“
Pressekonferenz
Ex-Kommunarden, Café Landtmann, Wien: „Otto
Mühl hat nach neustem Wissensstand bereits in den 70er Jahren
begonnen, Kleinkinder ab dem 4. - 5. Lebensjahr über viele
Jahre hinweg regelmäßig sexuell zu mißbrauchen.
Dieser, Mißbrauch fand sogar teilweise im Beisein
seiner kleinen Führungsgruppe statt und wurde im Prozeß 1991
nicht thematisiert. ... In
einem Gespräch vor 5 Monaten erwähnte Frau (Claudia) Mühl
uns gegenüber, daß sie auch heute ‚generationenübergreifenden
Zärtlichkeitsaustausch’ praktizieren.“
Der
Spiegel: „Anläßlich der Mühl-Schau im MAK, in der sie den Versuch einer
Rehabilitierung des Künstlers sehen, melden sich nun zwei
junge Frauen zu Wort, die neue Vorwürfe erheben: Mühl habe
nicht nur, wie bislang bekannt war, Teenager mißbraucht,
sondern auch Kinder in jüngerem Alter.
In eidesstattlichen
Erklärungen schildern die beiden Opfer, wie Mühl sie als
kleine Kinder zu sexuellen Handlungen gezwungen habe.
Eine der Frauen, heute 29,
sagt etwa aus, sie
habe als Fünfjährige, umringt von der Führungsmannschaft
der Kommune, Mühl sexuell befriedigen müssen.
Die beiden nun gegen
Mühl auftretenden Frauen sagen, sie seien zur Zeit der
Gerichtsverhandlung gegen Mühl von ExKommunarden gezwungen
worden, nicht über die Geschehnisse zu reden.“
Georg
Hoffmann Ostenhof schrieb im Profil:
„Einige hohe Herren haben sich - so hört man - auf Besuch
bei Mühl von den wilden
Weibern befriedigen lassen.“
Nach Manfred Seeh in Die
Presse: „1988 und 1989 sind an ausziehende Personen und jugendliche
Mädchen stattliche 17,8 Millionen Schilling für günstigere
Aussagen in den bevorstehenden Prozessen aus der
Kommunenkasse bezahlt worden.“
Es ist anzunehmen, daß nicht alle die “hohen Herren“ wegen „wilder
Frauen“ die Kommune besucht haben, und daß sie jetzt
anderswo „befriedigt“ werden.
Ein
Kulturmächtiger gab zu, daß Pädophilie nach der Mühl-Kommune
in organisierten Künstlergruppierungen weiter ausgeübt wird.
In meine Satire über den Aktionismus, Da-Da
Ga-Ga Ka-Ka steht: „Er beschmierte eine Zeitlang
Aktmodelle mit Nahrungsmitteln. Aber vor kurzem hat er seinen
Stil geändert. Die symbolische Entladung hat den echten Platz
gemacht Sein Freund war ebenfalls ein Happening-Mann.
Das Schlachten von Lämmern war seine Kunst ... Dies
war der Tanz um das goldene Kalb.
Nein, es war der Tanz um den goldenen Esel. Ich hörte
ein Schnauben und sah einen riesigen, gehörnten Kopf. Es war
der Minotaurus. Sein zottiger Tierkörper galoppierte durch
die Menge ... Es war eine Nacht, in der ich Mord, Selbstmord
und Vergewaltigung erwartet hatte. All dies geschah jetzt vor
meinen Augen. Ich konnte nichts mehr unterscheiden. Das Ganze
war ein einziger Körper. Ein Körper, der mordete, sich
umbrachte und vergewaltigte.“
Hätten
die Kulturmächtigen sich mit diesem Text auseinandergesetzt,
anstatt mich als Autor auszuschalten, hätte man den
Mitgliedern der Kommune, besonders den Kindern, viel Leid
erspart.
In
der Zeitschrift Menschenrecht,
Sept. 1992, schrieb ich: „Es gibt keinen Grund zur
Beunruhigung: Einkerkerung bedeutet nicht notwendigerweise das
Ende einer Künstlerkarriere. Otto Mühl wird von den Kulturmächtigen
weiter unterstützt und hoch subventioniert. Die Tatsache, auf
der anderen Seite des Gesetzes gestanden zu haben, kann als Carte
Blanche für die Zukunft dienen.“
Anfang Juni 1998 hat Martin Humer, der sogenannte „Porno-Jäger“, ein
Gemälde von Otto Mühl, das im Rahmen der Ausstellung „Das
Jahrhundert der künstlerischen Freiheit“ in der Wiener
Secession ausgestellt worden war, mit roter Farbe überschüttet. Im Mühl-Bild
werden Mühl, Kardinal Han |